MAIK ROSS - DAS ROSS IM RADIO

Moderator - Produzent - Eventberater

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Donnerstag, 26. November 2015 - 04:00 Uhr morgens. Wieder eine schlaflose Nacht für den Radiomoderator Maik Ross - DAS ROSS IM RADIO. Seit vielen Jahren kämpft er in immer akuteren Episoden gegen die Dämonen der Depression. Er hat es sich zum Ziel gesetzt, stärker zu sein, als diese Krankheit und sie mit allen Mitteln zu bekämpfen. In der Auseinandersetzung damit entstand in dieser schlaflosen Nacht der folgende Beitrag, den er auf seiner offiziellen Facebook-Seite veröffentlichte und hier ausführlicher darstellt. Eines vorab: Allein ist ein Betroffener machtlos gegen die Depression. Maik Ross hat dies erkannt und sich fachärztliche Hilfe gesucht.

Am Ende dieses Artikels befinden sich hilfreiche Links für Betroffene und Angehörige von Erkrankten.

 

  
Über Depression reden, das schaffen nicht viele. Vor allem nicht öffentlich.

Lasst uns wie Guido Westerwelle, der vor seinem Tod öffentlich über Krebs sprach, auch über Depressionen sprechen! Wir dürfen nicht vergessen, dass die Depression vor keiner Gesellschaftsschicht Halt macht. Sie kann einfach jeden treffen.

SCHAUT NICHT WEG - BRECHT DAS SCHWEIGEN

Ich unterstütze aktiv die Tunnelblick-Stiftung im Kampf gegen Vorurteile und Schranken in der Akzeptanz. Als Betroffener ist das für mich ein wichtiger Grundstein, um mit dieser Krankheit auch öffentlich umgehen zu können. Denn, wo keine Akzeptanz und Vorurteile herrschen, besteht immer die Gefahr, Menschen dieser (unserer) Gruppe weiter in die Schatten ihrer Gedankenwelt zu treiben. Dies kann böse Folgen haben. Für die Betroffenen und vor allem aber auch für ihre Angehörigen.

Ich setze mich nunmehr seit 2012 aktiv mit dem auseinander, was in mir passiert. Ich werde oft gefragt, was in mir vorgeht, wie sehr mich diese Krankheit im Griff hat. Und ich kann all diese Fragen nicht beantworten. Aber ich bin sehr, sehr froh darüber, Menschen in meinem Umfeld zu haben, die erkannt haben, wie sehr mich diese Krankheit gefangen nimmt. Es ist sicherlich für jeden Einzelnen nicht leicht, damit umzugehen. Für mich am wenigsten. Aber wir haben uns arrangiert im Umgang damit.

So hoffe ich, wie viele "Gleichgesinnte" auch, auf die Akzeptanz in der Öffentlichkeit. Glaubt mir, es fällt mir nicht leicht, mich in diesem Punkt zu öffnen. Aber ich muss das tun. Es ist wie ein Ventil. Es muss raus. Aus zwei Gründen: Zum Einen ist diese Krankheit in unserer Gesellschaft von vielen Menschen noch immer nicht als Krankheit akzeptiert. Viele schreien auf, nachdem sie in der Zeitung von einem solchen Fall gelesen haben, wenn es den Lieblingsschauspieler, -fußballer oder -musiker getroffen hat und er plötzlich nicht mehr da ist. Aber diesen Ursprung als solches akzeptieren und verstehen nur die wenigsten. Das ist Punkt eins, die Akzeptanz. Punkt 2 ist, dass sich für mich ein Ventil öffnet, wenn ich darüber rede. Es belastet weniger, nachdem es ausgesprochen ist. Und daher - auch, wenn viele Familienmitglieder und Freunde stets sagen: "Rossi lass das. Mach das nicht öffentlich mit dir aus!" - Ich muss das tun. Nur so kann ich durchatmen. Weil ich weiß, dass ich nicht allein bin ... Nicht allein mit dieser Krankheit ... Nicht allein in der Akzeptanz eben dieser ...

Verurteilt niemanden, der sich euch anvertraut. Im Familien- und Freundeskreis. Macht die Augen auf. Versucht, zu erkennen, wie es hinter einer Fassade aussieht. Versucht, zuzuhören und Verständnis aufzubringen. Das ist nicht leicht. Es hilft dem Betroffenen aber enorm.

DEPRESSION IST KEINE FORM VON SCHWÄCHE

Depression muss ernst genommen werden und die Anzeichen müssen erkannt werden. Verständnis, Hilfe, Zusammenhalt, Rückenstärkung und das Gefühl, niemals allein zu sein (auch, wenn man mal allein ist) geben Kraft. Für Betroffene eine Kraft, die unvorstellbar für nicht Betroffene ist. In Worten ist das kaum zu fassen...

Dankeschön, dass du durchgehalten und bis hierher gelesen hast. Es wäre nun toll, wenn du dich aktiv beteiligst!

Liebe Grüße und alles erdenklich Gute
Maik Ross - DAS ROSS IM RADIO

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Wichtige Fragen und Antworten zum Thema Depression

Was ist eine Depression?

Wie entsteht eine Depression?

Wie wird eine Depression behandelt?

Bin ich von der Depression betroffen?

Wo finde ich als Betroffener Hilfe?

Was können Angehörige und Freunde tun?


  

  
Wichtige Telefonnummern (gebührenfrei) für Betroffene und ihre Angehörigen

Info-Telefon
Stiftung Deutsche Depressionshilfe

0800 / 33 44 533

Anonyme Beratung
Telefonseelsorge in Deutschland

0800 / 111 0 111
0800 / 111 0 222

  

  

Weiterführende Links zum Thema Depression und Suizidprophylaxe



AUF DEN PUNKT GEBRACHT

Der junge Wortkünstler Niki (Neverforgetniki) hat zum Thema ebenso einen Facebook-Artikel verfasst, der alles auf den Punkt bringt, was auch Maik Ross - DAS ROSS IM RADIO mit dieser Sonderseite auf seiner Homepage bekräftigt: "Hört auf, psychische Krankheiten zu stigmatisieren!"

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Du kämpfst selbst gegen die Dämonen der Depression oder kennst jemanden, der betroffen ist? Teile hier deine Erfahrungen und Anregungen gern mit anderen und hinterlasse einen Kommentar zum Thema.

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